Industrialisierung der Wissensproduktion (Teil 4 von 9)

Dieser Gesprächsausschnitt mit Prof. Dr. Christian Wagner beginnt mit der Frage „Leben wir heute in einer Zeit, in der die Industrialisierungsprozesse – wie im Automobilbau – auf die Herstellung von Informations- und Wissensprodukten angewendet werden können?“

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Die Kernaussagen sind zusammengefasst diese:

  • In der Industrialisierung wurde erreicht, dass relativ hochkomplizierte mechanische Produkte von Leuten erstellt wurden, die eigentlich relativ wenig Wissen hatten. Das war ja das Prinzip: Angelernte konnten ein Auto bauen. So kommt die Analogie auf, dass wir heute auch wenig Wissende hochkomplizierte Informationsprodukte bauen lassen, wie Enzyklopädien.
  • Aber diese kollektive Intelligenz ist nur ein Teilgebiet dieses Wissensmanagements (WM). Der Grossteil des WM fokussiert sich eigentlich immer noch darauf, traditionellere Wissensprodukte zu erstellen, sagen wir Internet-Anwendungen, oder so etwas. Da ist die Industrialisierung nicht so der Punkt.
  • Die Analogie für die kollektive Intelligenz sehe ich so: Das ist für mich wie eine Art Wärmepumpe: Die Wärmepumpe entzieht dem Boden Energie, der relativ wenig Energie hat. Indem wir mit dieser Wärmepumpe diese Energie auf eine höhere Stufe stellen, wird die damit nutzbar. Was wir mit der kollektiven Intelligenz machen ist eigentlich relativ wenig. Wir haben viel Information, aber mit einem geringen Informationsgehalt. Und wir benutzen wie eine „Intelligenzpumpe„, um den Informationsgehalt damit zu erhöhen.
  • WM allgemein, das sind so Prozesse wie Wissensaustausch und die Wissensverteilung, diese WM-Systeme an die Masse zu geben, … sie so zu vereinfachen, dass es ein Enduser-Wissensmanagement gibt, das ist der erste Schritt. Dann werden wir nachher sehen, dass diese kollektive Intelligenz als Seiteneffekt auf einmal aufkommen kann.

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